Kinder singen für Senioren

Wie bereits in den vergangenen Jahren besuchten die Kinder des benachbarten Kindergartens St. Cornelius auch in diesem Jahr die Bewohner des Seniorenzentrums, um ihnen St. Martinslieder vorzusingen. Natürlich hatten die kleinen Gäste auch ihre Laternen mitgebracht, die sie vorher mit viel Hingabe gebastelt hatten.

Für die Bewohner war der Besuch eine große Freude und auch die Kinder hatten Spaß daran, die beliebten Martinslieder zu präsentieren.

Einweihung der neuen Tagespflege

Nach etwa 18 Monaten Bauzeit ist im Seniorenzentrum St. Anna die neue solitäre Tagespflege eingeweiht worden. Zwar sind noch nicht alle Baumaßnahmen abgeschlossen, doch schon jetzt ist deutlich sichtbar, wie komfortabel und geschmackvoll der Bau geworden ist.

Die Einweihung, zu der zahlreiche Gäste erschienen waren, fand im ersten Stock des neuen Gebäudes statt, das direkt an das bestehende Seniorenzentrum angrenzt. Hier werden bald Bewohner des Seniorenzentrums einziehen, denn dort sind neue, geräumige Einzelzimmer entstanden, die die Besucher schon begutachten konnten. Die solitäre Tagespflege wird im Erdgeschoss des neuen Gebäudes einziehen.

Einrichtungsleiterin Sonja Heinrich begrüßte zu Anfang die Besucher, bevor Ralf Kaup, Geschäftsführer der ACD – Aachener Caritasdienste gGmbH, noch einmal Revue passieren ließ, wie lang der Weg von der ersten Idee bis zum fertigen Gebäude gewesen ist. Den vielen beteiligten Akteuren dankte Herr Kaup ausdrücklich für ihre Weitsicht, ihre Beharrlichkeit, ihre Arbeit und für ihr Durchhaltevermögen, wobei er hier auch noch die Bewohner und Mitarbeiter des Seniorenzentrums besonders erwähnte, denn die hätten in den vergangenen Monaten viel unter Dreck und Lärm zu leiden gehabt.   

Doch die Geduld habe sich gelohnt, wie Ralf Kahlen, erster Beigeordneter der Stadt Alsdorf, in Vertretung für Bürgermeister Alfred Sonders, erklärte. Er lobte die neue Einrichtung, die Erweiterung des Seniorenzentrums und die gute und zuverlässige Arbeit dort im Allgemeinen. Die Entwicklung in St. Anna passe zum Trend der Stadt Alsdorf, die sich in den vergangenen Jahren weg vom Bergbaustadt-Image hin zu einer lebendigen, vielschichtigen Stadt gemausert habe, so Kahlen.

Von den Fortschritten in St. Anna konnten sich die Besucher dann selbst überzeugen. Während die Jazzband „PrintenTown UnLtd“ für den richtigen Ton sorgte, bestaunten die Gäste die neuen Zimmer oder verschafften sich einen ersten Eindruck von der neuen Tagespflege.

MDK-Note 2017

Häuslicher Betreuungsdienst feiert zehnjähriges Bestehen

Es ist nur ein kleiner Dienst, doch seine Mitarbeiter leisten Tag für Tag einen wertvollen Beitrag, um pflegende Angehörige zu unterstützen. Seit zehn Jahren begleitet der Häusliche Betreuungsdienst des Seniorenzentrums St. Anna mit speziell geschulten, ehrenamtlichen Mitarbeitern diese Familien und entlastet die Angehörigen mit regelmäßigen Besuchen für einige Stunden. Nun stand der Dienst mit seinen 16 Mitarbeitern einmal selbst im Mittelpunkt: Bei einer kleinen Feier zum zehnjährigen Bestehen blickten die Leiterin des Dienstes, Verena Comanns, und die Gründerin des Dienstes, Elisabeth Hogen, auf die Anfänge zurück und erzählten in Anwesenheit von Einrichtungsleiterin Sonja Heinrich und des stellvertretenden Bürgermeisters Friedhelm Krämer wie wichtig die Mitarbeiter für die besuchten Familien werden, die die Betreuer als verlässliche, vertrauensvolle Stütze in ihrem oft schwierigen Alltag erleben. In den vergangenen zehn Jahren hat der Häusliche Betreuungsdienst St. Anna mehr als 100 Menschen mit und ohne Demenz begleitet, eine große Zahl für einen kleinen Dienst, der auch in Zukunft genauso weiter machen möchte. 

Begleitet wurde das Fest von der Dixieland Band PrintenTown UnLtd, die mit ihrem Dixieland-Jazz nicht nur die Besucher der Jubiläumsfeier begeisterten sondern auch die Bewohner des Seniorenzentrums, die ebenfalls in den Genuss der Musik kamen.

Erster Spatenstich für solitäre Tagespflege

Das Seniorenzentrum St. Anna ist ein Haus mit viel Tradition, die Zukunft hat man dort aber stets fest im Blick. Nun strebt die Einrichtung den nächsten großen Schritten entgegen: dem Anbau einer solitären Tagespflegeeinrichtung und der Erweiterung des Seniorenzentrums.

Die ersten Schritte wurden jetzt eingeleitet, bei schönstem Sonnenschein erfolgte der symbolische erste Spatenstich. Zum Spaten griffen neben Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders und der Einrichtungsleiterin, Sonja Heinrich, die beiden Geschäftsführer der Aachener Caritasdienste (ACD), Ralf Kaup und Bernhard Verholen, Bauunternehmer Karlheinz Leuchter, Pfarrer Michael Krosch sowie Architekt Alfred Feuser.

Die Pläne zum Anbau existieren bereits seit einigen Jahren und werden nun konkret. Gebaut wird ein 1280 m2 großes, zweigeschossiges Gebäude, in dessen Erdgeschoss die solitäre Tagespflegeeinrichtung entstehen wird. Außerdem wird ein ambulanter Pflegedienst des regionalen Caritasverbandes im Erdgeschoss Platz finden sowie einige Büros des Seniorenzentrums.

Im ersten Stockwerk entstehen zwölf neue Pflegeplätze für Menschen mit Demenz – zusätzlich zu den 27 Plätzen, die es bereits in St. Anna für demenziell veränderte Menschen gibt. Die Anzahl der Pflegeplätze steigt nach Fertigstellung des Anbaus von derzeit insgesamt 75 Plätzen auf 88 Plätze, da ein weiterer Platz durch den Umbau im Hauptgebäude hinzukommt. Der Anbau wird mittels Durchgänge auf beiden Etagen mit dem bestehenden Haus verbunden sein.

Die bislang in St. Anna bestehende integrierte Tagespflege zieht nach der Fertigstellung aus dem Hauptgebäude in den Anbau und wird zur solitären Tagespflegeeinrichtung mit eigener Zufahrt und separaten Eingängen. Die Anzahl der Plätze steigt von derzeit acht auf 14. Den Tagespflegegästen werden großzügig bemessene Aufenthalts- und Therapieräume, Ruhezonen, eine eigene Küche und ein Pflegebad zur Verfügung stehen - ein absolutes Alleinstellungsmerkmal in der Stadt Alsdorf. Und auch die Bewohner der Einrichtung profitieren von der Baumaßnahme, denn sie können die Räume nutzen, die durch den Umzug der Tagespflege frei werden.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit den Arbeiten beginnen können“, erklärt Einrichtungsleiterin Sonja Heinrich. „Wir sehen, dass die Nachfrage für Tagespflegeplätze seit Jahren steigt und können bald für mehr Entlastung sorgen.“ Auch Bürgermeister Sonders zeigte sich hocherfreut, dass die Baumaßnahmen nun beginnen und lobte die Arbeit, die in St. Anna geleistet wird. 

Weihbischof Karl Borsch besucht das Seniorenzentrum

Im Rahmen seiner Visitationsreise zu Alsdorfer Einrichtungen hat Weihbischof Karl Borsch auch das Seniorenzentrum St. Anna besucht. In der Kapelle des Hauses las er eine Messe für Bewohner und Mitarbeiter und besuchte im Anschluss noch Bewohner, die aufgrund von Alter oder Krankheit nicht an dem Gottesdienst teilnehmen konnten, auf ihren Zimmern.

Für die Seniorinnen und Senioren stellte der Besuch des Weihbischofs ein besonderes Ereignis dar, kein Wunder also, dass sämtliche Plätze in und vor der Kapelle besetzt waren. Mit eindringlichen Worten appellierte Karl Borsch in seiner Predigt an die Bewohner, auch für Flüchtlinge und Menschen, die von Krieg und Verfolgung betroffen sind, zu beten. „Ich zähle auf Ihr Gebet“, sagte Karl Borsch, der sich insgesamt sehr viel Zeit an diesem Nachmittag für Gespräche mit den Bewohnern in St. Anna genommen hat.

Mehr Fotos vom Besuch des Weihbischofs gibt es in der  Bildergalerie.

Schüler zeichnen moderne Portraitbilder von Senioren

Im Rahmen der Lernpartnerschaft zwischen der Marienschule Alsdorf und dem Seniorenzentrum St. Anna ist ein neues Projekt entstanden. Im Kunstunterricht malten die Schüler der Jahrgangsstufe 10 Portraits der Bewohner im Stil des Pop-Art-Künstlers Andy Warhol. Diese Bilder wurden nun im Seniorenzentrum den portraitierten Bewohnern präsentiert.

Insgesamt waren 61 Schüler an dem Projekt beteiligt, bei dem Fotografien der Bewohner als Vorlage für die Kunstwerke dienten, wie Schulleiterin und Kunstlehrerin Susanne Kaempf erklärte. Seit Weihnachten haben die Schüler an den Werken gearbeitet und dabei viele Mühen investiert. Immerhin handelt es sich bei den jungen Menschen nicht um angehende Kunststudenten, so Susanne Kaempf. Umso erstaunlicher sind die Ergebnisse: Farbenfrohe, moderne Portraits, die nicht nur Einrichtungsleiterin Sonja Heinrich nachhaltig beeindruckten.

Dieses Projekt soll eine Initiativzündung für weitere gemeinsame Projekte zwischen den Schülern der Marienschule und dem Seniorenzentrum St. Anna sein. Pflegedienstleiterin Agnesa Thivissen erklärte, dass unter anderem gemeinsame Konzerte, Spielenachmittage und Zeitzeugentreffen geplant seien.   

Begleiterin schafft kostbare Auszeiten

Sabine Busch besucht Auguste Engel regelmäßig. Foto: Stefan Schaum, AZ/AN

Sabine Busch unterstützt ehrenamtlich Menschen, die demenzkranke Angehörige pflegen. Die Besuche machen ihr Freude

Von Stefan Schaum, Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten, Alsdorf, 15.04.2015

Alsdorf. An der Konzentrationmangelt es bei ihr nicht.Wenn Auguste Engel vor ihren "Rummikub"-Kärtchen sitzt, ist sie immernoch eine ernst zu nehmende Gegnerin. Rommé spielt sie schon ihr Leben lang. Doch ihr Gedächtnis ist nicht mehr das, was es mal war. Fragt man die 78-Jährige, ob sie auch gestern eine Partie gespielthat, muss sie passen. Sie klopft sich an den Kopf. "Ach, wissen Sie, da oben ist kaum noch was drin..." Sie lächelt kurz. Dann schaut sie weg.

Die Demenz hat so vieles bei ihr weggefressen. Erinnerungen an ein langes Leben. Was vor vielen Jahren mal da war und was erst ein paar Minuten her ist - es ist verschwunden. Sie weiß, dass in ihrem Kopf nicht mehr alles stimmt. Doch manchmal vergisst sie auch das.

Dass sie noch immer in ihrem Häuschen in Begau lebt, ist der Pflege ihrer drei Töchter zu verdanken. Und den Besuchen von Sabine Busch. Sie ist eine Ehrenamtlerin, die sich kümmert, damit Angehörige von Demenzkranken sich kleine Auszeiten gönnen können.So sitzen Frau Busch und Frau Engel jüngst wieder gemeinsamam Tisch und spielen Karten. Dass die Jüngere dabei oft den Kürzeren zieht, kennt sie schon. Seit einem Jahr besucht die 54-Jährige aus Warden die alte Dame in Begau. Sie sind ja beinahe Nachbarinnen.

Doch ist ihr Engagement alles andere als normal. Die gelernte Zahnarzthelferinhat drei Kinder, blieb als Mutter lange daheim. Als die Kleinen größer wurden, hat sie sich ehrenamtlich engagiert und für die Caritas Senioren an deren Geburtstag besucht. "Ich bin einegute Zuhörerin", sagt sie. Als sie erfuhr, dass es in Hoengen einen ehrenamtlichen Dienst gibt, um pflegende Angehörige Demenzkranker zu entlasten, war sie gleich dabei. Sechs Jahre ist das her. Bereut hat sie es nie. Sicher: Es gab in der Zeit Begegnungen, Dinge, Gespräche, die ihr ans Herz gingen und vielleicht auch mal an die Nerven. Sie hat auch schon an Gräbern von Menschen gestanden, die sie zuvor besucht hatte. "Aber wirklich belastende Situationen hat es nie gegeben", sagt sie. "Nicht sehr jedenfalls." Denn sie erlebe die von der Krankheit Gezeichneten in der Regel ja nicht so,wie ihre Kinder oder Partner das häufig tun.

Diejenigen, die rundum die Uhr da sind und sich dabei womöglich aufreiben. "Ich kann da eher Abstand halten."

Ein, zwei Mal pro Woche kommt Sabine Busch zu Frau Engel und bleibt für zwei, drei Stündchen. Sie hat schon manches erfahren ausder Vergangenheit der alten Dame,die sich mitunter ein wenig daran erinnert, dass sie vor vielen Jahrzehnten Verkäuferin in einem Feinkostgeschäft in Mariadorf war." Auch die Namen ihrer fünf Enkel vergisst sie nie."Oft wird es richtig heiter. Und sie mag es, mit Auguste Engel zu spazieren. Lang sind sie selten draußen. So gut ist die Seniorin nicht mehr zu Fuß, ihr wird auch rasch kalt. Doch Spaß haben die beiden, wenn sie so unterwegs sind. Derweil kann Birgit Engel, die sich die Pflege der Mutter mit ihren Schwestern teilt, sich Zeit nehmen für einen Einkaufsbummel, für einen Frisörbesuch. Für andere Dinge. Oder einfach nur: für sich.

"Vor vier Jahren wurde sie vergesslicher",erinnert sich Birgit Engel an den Beginn der Krankheit, die ihren eigenen Zeitplan zunehmend bestimmte. "Zuerst dachten wir, dass Mama ins Heim muss,aber dann haben wir gewagt, sie daheim zu begleiten." Leicht sei das nicht immer. Dass es einen Betreuungsdienstgibt, begrüßt sie sehr. "Wir sind sehr froh, dass wir da Unterstützung haben. Wenn man weiß, dass an ein, zwei Nachmittagen verlässlich jemand da ist, kann man schon ganz anders planen." Ob es schwer sei, eine Fremde ins Haus zu lassen? Nein. Diese Erfahrung hat auch Sabine Busch bislang nicht gemacht. Klar: Zu Beginn beschnuppert man sich ein wenig - und bei den ersten Terminen bleiben die Angehörigengern in der Nähe. Doch meist ist es so wie bei ihr und Frau Engel. Da saßen die beiden rasch allein am Tisch. Als das Gespräch dann auf das Spielen und Rommé kam,wurden die Karten rausgeholt. Und dabei ist es bis heute geblieben.

"Man muss ein Helfersyndrom haben"

Der persönliche Kontakt ist wichtig: Pflegedienstleiterin Agnesa Thivissen (l.) mit Bewohnerin Helena Schröder (M.) und der Einrichtungsleiterin Sonja Heinrich (r.). Foto: Myriam Weber

Deutschlandweit werden dringend Pflegekräftegesucht - der Mangel wird sich verschärfen

Von Myriam Weber,   Super Mittwoch, Alsdorf 27.08.2014

Alsdorf. „Altenpflegerin wird man nicht des Geldes wegen, sondern weil es eine Berufung ist, sich um andere Menschen zu kümmern. Ich glaube, man muss schon sowas wie ein Helfersyndrom haben“, ist sich Agnesa Thivissen sicher.

Die 53-Jährige arbeitet seit März 2013 als Pflegedienstleiterin im Seniorenheim St. Anna. Obwohl sie findet, dass man in diesem Beruf nicht adäquat bezahlt wird, liebt sie ihre Arbeit. „Jeden morgen wenn ich hierher komme, geht mir das Herz auf“, sagt die gebürtige Bosnierin und lächelt.

Als sie 1995 mit ihrem Sohn nach Deutschland kam, wollte sie einfach nur den Krieg hinter sich lassen, dem ihr Mann zum Opfer fiel. „Und ich wollte arbeiten, nicht auf den Staat angewiesen sein.“ Als Zimmermädchen hat sie angefangen, bevor sie Stationshilfe in einem Altenheim wurde. „Ich habe damals mein Herz an die Altenpflege verloren und habe eine Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin absolviert, wurde Praxisanleiterin und dann Wohnbereichsleiterin.“ Sonja Heinrich, Einrichtungsleiterin im Senioren-
zentrum St. Anna, betont: „In diesem Beruf hat man also auch die Möglichkeit, Karriere zu machen.“ Dennoch scheinen sich immer weniger junge Menschen, beruflich für die Altenpflege zu entscheiden. Dabei werden diese in Zeiten des demografischen Wandels so dringend gebraucht wie nie zuvor. Bereits heute fehlten laut eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln rund 30.000 Fachkräfte in der Pflege.

Berechnungen ergeben, dass bis zum Jahr 2020 sogar rund 220.000 Pflegekräfte fehlen werden. Deswegen wirbt die Bundesregierung seit Anfang des Jahres nicht mehr nur bei den EU-Partnern um Personal, sondern weltweit. Dies bewerten Agnesa Thivissen und Sonja Heinrich kritisch. Zu den kulturellen Unterschieden kommen oft auch sprachliche hinzu, sind sich beide einig. „Das hat keine Zukunft, denn ich bin mir sicher, dass Fachkräfte aus dem Ausland nicht dauerhaft in Deutschland bleiben. Vielmehr sollte die Politik sich darauf konzentrieren, hierzulande den Nachwuchs zu fördern. Wir in St. Anna akquirieren unser eigenes Fachpersonal, indem wir Praktikanten beschäftigen. Die jungen Leute können so herausfinden, ob der Beruf etwas für sie ist und wir prüfen, ob wir sie in einem Ausbildungsverhältnis übernehmen möchten“, erzählt die Einrichtungsleiterin.

Sie und Agnesa Thivissen ärgern sich darüber, dass der Beruf des Altenpflegers einen so schlechten Ruf hat.

„Die Gesellschaft weiß gar nicht, was Pfleger heutzutage leisten müssen. Allein der ganze bürokratische Aufwand ist enorm. Wir sind gezwungen, alles schriftlich nachzuweisen. Dokumentation ist das A und O. Hinzu kommt, dass die Anforderungen und Erwartungen an uns stark gestiegen sind. Der Druck ist groß“, klagt Agnesa Thivissen. „Außerdem ist der Beruf nicht familienfreundlich. Der Frühdienst beginnt um 6.30 Uhr. Wie zum Beispiel soll eine alleinerziehende Mutter das machen? Bei einer vollen Stelle werden elf oder zwölf Tage am Stück gearbeitet. Danach hat man ein Wochenende frei. Das kann schon an die Substanz gehen. Nicht umsonst verzeichnet der Berufszweig die meisten Krankmeldungen“, fügt die Einrichtungsleiterin hinzu. „Letztes Jahr habe ich zum ersten Mal seit 15 Jahren Heiligabend zu Hause gefeiert. Dass man an Feiertagen und an Wochenenden arbeitet, gehört dazu“, betont Agnes Thivissen.

In St. Anna sei die Personalsituation mehr als zufriedenstellend. „Aber könnte ich es mir aussuchen, hätte ich gern drei bis vier Pfleger mehr pro Wohnbereich. Alle Aufgaben von der Pflege bis zur Bürokratie zu bewältigen, ist eine logistische Höchstleistung. Ich weiß von Kollegen in anderen Häusern, die um jede Fachkraft ringen. Ist zu wenig Personal da, leidet letztendlich die Qualität der Pflege“, stellt Sonja Heinrich heraus.

Wahllos Menschen durch Umschulungsmaßnahmen vom Arbeitsamt zur Hilfskraft auszubilden, sei nicht die Lösung des Problems. „Es eignet sich ja nicht jeder für diesen Beruf. Nicht jeder kann pflegen. Man muss Empathie und Einfühlungsvermögen mitbringen“, betont Agnesa Thivissen. Und die jungen Praktikanten im Haus erfahren, dass auch die Sterbebegleitung und der Tod zum Alltag gehören und, dass man zu Hause nicht auf Knopfdruck abschalten kann. Persönliche Schicksale berühren eben.

Dennoch: Agnesa Thivissen hat ihren Traumberuf gefunden. „Ich war in meiner Heimat dem Krieg ausgeliefert und weiß, wie wichtig es ist, anderen Menschen zu helfen. Vielleicht ist es das, was ich an dem Beruf so liebe. Am Geld liegt es jedenfalls nicht.“

 

 

Realschule kooperiert mit Seniorenheim

Vertragspartner: Seniorenheim-Leiterin Sonja Heinrich (l.) und Realschulleiterin Susanne Kaempf. Foto: Aachener Nachrichten / Aachener Zeitung

Aachener Nachrichten / Aachener Zeitung vom 2. Juli 2014

Alsdorf. Die Marien-Realschule Alsdorf und das Seniorenzentrum St. Anna haben eine Lernpartnerschaft im Rahmen der Initiative „Kurs“ – Kooperation Unternehmen der Region und Schulen – gestartet.

„Mit den Möglichkeiten, die uns St. Anna bietet, können wir den Unterricht nicht nur im Bereich der Berufsorientierung praxisnäher gestalten, sondern unsere Schüler auch auf Themen des sozialen Miteinanders einstimmen“, sagt Realschulleiterin Susanne Kaempf. Auch für St.-Anna-Pflegedienstleiterin Agnesa Thivissen gibt es gute Gründe, die Zusammenarbeit systematisch und dauerhaft zu gestalten: „Wir wollen einen Beitrag zur Verbesserung der schulischen Bildung leisten und möchten den Jugendlichen ermöglichen, die Arbeit in einer Einrichtung der Altenpflege kennenzulernen. Gleichzeitig kommen wir frühzeitig in Kontakt mit potenziellen Nachwuchskräften.“

Unter dem Dach der Bildungsinitiative „Kurs“ im Regierungsbezirk Köln sind derzeit mehr als 600 Lernpartnerschaften aktiv. „Von den anspruchsvollen Partnerschaften auch im sozialen Bereich mit ihrem lebendigen Austausch profitieren nicht nur die Schüler, sondern auch die Einrichtungen, die die Nähe zu jungen Menschen aufbauen und frühzeitig Kontakt mit engagierten potenziellen Auszubildenden aufnehmen“, sagt Heinz Gehlen, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Aachen (IHK).

 

 

Ausflug nach Ahaus

Die Reisegruppe hate viel Spaß in Ahaus

Eine Gruppe von fünf Senioren und fünf Mitarbeitern des gerontopsychiatrischen Wohnbereiches des Seniorenzentrums St. Anna fuhr vom 05 bis 10 Mai ins münsterländliche Ahaus.

Neben einem Ausflug mit einem Planwagen, Besuche von Märkten und vielen Ausflügen in die Natur, genossen alle die gemütlichen Spiele-, Gesangs- und Tanzabende. Zwar spielte nicht immer der Wettergott mit, doch das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Die gemeinsame Zeit wurde von allen als sehr schön erlebt. Man lernte sich auf einer besonderen Art „neu“ kennen.

Weitere Bilder zu der kleinen Urlaubsreise finden Sie in unsrer  Bildergalerie.

 

 

Förderverein hat einen neuen Vorstand

Paul Hogen, Kerstin Wißenbach, Hedwig Schleckkys, Maria Finken, Helmut Römkens und Hans-Falko Winzen sind der neue Vorstand des Fördervereins. Foto: Verena Richter

Der Förderverein des Seniorenzentrums St. Anna hat seit dem 20. März einen neuen Vorstand. Paul Hogen, Kerstin Wißenbach, Hedwig Schleckkys, Maria Finken, Helmut Römkens und Hans-Falko Winzen setzen sich nun gemeinsam für einen abwechslungsreichen Alltag der Senioren ein.

Ob Gesprächskreis, Theaterbesuch, kreatives Angebot, Feste oder Ausflüge - der Förderverein unterstüzt all diese Projekte, damit die älteren Menschen weiterhin ihre Interessen wahrnehmen können. So ermöglichte der Förderverein Anfangs Mai fünf Bewohnern des gerontopsychiatrischen Wohnbereichs und ihren Betreuern eine mehrtägige Reise ins münsterländische Ahaus inklusive Planwagenfahrten, Tanz- und Gesangsabenden, Besuche von Märkten und Ausflügen in der Natur.

Wenn Sie den Förderverein unterstützen möchten,  erfahren Sie hier, wie Sie das tun können.