Auch der leidende Mensch hat Würde

Alsdorf. Sie sind öffentlich gestorben: Papst Johannes Paul II. und die US-Amerikanerin Terri Schiavo. Um beider Leben ist gebangt worden. In der ganzen Welt. War das Medieninteresse zu groß? Hätten die beiden im Verborgenen sterben müssen?

Über das Thema «Sterben» und das Thema «aktive Sterbehilfe», mit dem sich auch der Europarat am Mittwoch befasst hat, sprach «Nachrichten»-Mitarbeiterin Conny Stenzel-Zenner mit Beatrix Hillermann (43), der Leiterin des ambulanten Hospizdienstes von St. Anna in Alsdorf.

Hillermann sagte unter anderem: «Wenn berühmte Persönlichkeiten krank werden, verschwinden sie von der Bildfläche. Das führt schnell zu dem Eindruck, dass die Gesellschaft ihr Interesse an diesen Menschen verliert, wenn sie nicht mehr die Ideale Jugend, Schönheit und Erfolg vereinen.

Dass der Papst, der mit der Parkinson-Krankheit nach außen schwerst pflegebedürftig gewirkt hat, aber wahrscheinlich noch ganz klare geistige Entscheidungen treffen konnte, als sterbend von vielen gesehen wurde, ist wichtig für die Menschen. Als Zeichen, dass auch ein leidender und gebrechlicher Mensch Würde besitzt, die bis zum Schluss zu schützen ist.»

Hillermann sagte auch: «Der Fall Schiavo wäre in Deutschland nicht möglich gewesen, weil die Geräte nur hätten abgestellt werden dürfen, wenn von Terri Schiavo eine schriftliche Patientenverfügung vorgelegen hätte, die dann noch hätte vom Vormundschaftsgericht bestätigt werden müssen.»

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