Alsdorf. "Wir haben wirklich gelebt wie Gott in Frankreich." Katharina Rübben kann jetzt ahnen, was es mit dem Sprichwort auf sich hat. Die 90-Jährige ist nämlich zum ersten Mal in ihrem Leben in ein Flugzeug gestiegen und mit Mitbewohnern des Alsdorfer Seniorenheims St. Anna nach Lourdes geflogen. Die vier Tage in dem berühmten Wallfahrtsort haben sie tief bewegt.


An vieles erinnert sich die rüstige Seniorin gern. An das gute Essen etwa: "Jeden Abend ein Drei-Gänge Menü, mit Rotwein." Oder an die zahlreichen Begegnungen: "So viele nette Menschen. Und die Verständigung hat auch funktioniert, mit Händen und Füßen."

Vor allem aber ist ihr die religiöse Erfahrung unvergesslich. Mit 25.000 weiteren Menschen hat sie an einer Lichterprozession teilgenommen und eine Kerze getragen, wie sie in den Souvenirshops des Ortes angeboten werden. "Da waren Kerzen bei, die 480 Euro kosten sollten." Soviel hat freilich keiner der Alsdorfer Gruppe auf den Tisch gelegt. "Eine ganz normale Kerze hat es auch getan."

Heinrich und Agnes Forst, Erika Koch und Anna Weitz gehörten ebenfalls zu der Seniorengruppe, die von den Pflegedienstmitarbeiterinnen Birgit Günzel und Erika Ziesen sowie von dem Azubi Thomas Macko begleitet worden ist. Nach Lourdes zu gelangen, war vor allem ein logistischer Kraftakt. Ärztliche Gesundheitschecks gehörten dazu. Viele Senioren hätten die Gruppe gern begleitet, doch nicht jeder durfte. "Ein Flug kann eine sehr große Belastung sein," sagt Sozialdienstmitarbeiterin Anke Achilles, die die Reise koordiniert hat.

Auch war es ein schwieriges Unterfangen, die nötigen Medikamente mit an Bord zu nehmen. Pflegedienstmitarbeiterin Birgit Günzel: "Für jedes Medikament mussten wir ein Formular vorlegen und ein flüssiges konnten wir nur mit Mühe und Not durch den Zoll bringen." Verladen werden mussten auch die schweren Rollstühle. Mitarbeiter der Fluglinie haben die Senioren mit Gehschwierigkeiten zu ihren Plätzen an Bord getragen. Anke Achilles: "Für uns war das eine ungewöhnliche Premiere. So eine Reise können wir nicht in jedem Jahr anbieten." Doch ausgeschlossen sei eine Neuauflage nicht.